FAQ - Fragen an die Meditierer, die wir gerne beantworten ...

 

Warum eine Partei?

Ich bin gesellschaftlich engagiert – warum sollte ich bei euch Mitglied werden?

Was ist eigentlich Meditation?

Ich meditiere schon – warum sollte ich dann bei den Meditierern mitmachen?

Ich meditiere (noch) nicht – kann ich trotzdem Mitglied werden?

Ernähren sich Meditierer vegan oder vegetarisch?

 

Warum eine Partei?

Wir haben als Organisationsform ein Konstrukt gewählt, dass formellen gesellschaftlchen Anforderungen entspricht, im Kontext des Miteinanders in unserer Gesellschaft zu wirken. Wir füllen dieses Konstrukt formell aus und setzen dabei auf komplett andere Inhalte, als irgendjemand das von einer Partei im herkömmlichen Sinne erwarten würde  - wir meditieren.

 

An Stelle von Diskussion suchen wir die Stille. An Stelle von politischen Forderungen praktizieren wir Yoga, Tanz, Kampfkünste, Theater, Musik, bildende Kunst und viele weitere Aktivitäten, bei denen es weder um Leistung noch um Wettbewerb geht. Wir verfolgen nicht die Absicht, die Welt zu verändern. Aber wir haben keine Angst vor Veränderung und den damit verbundenen Konsequenzen. Wir fördern das Individuum, sich selber und den eigenen Weg zu finden. Dabei verändert sich die Welt von alleine.

 

Parteien sind innerhalb demokratischer Strukturen eine Organisationsform mit einer gesetzlich verbürgten öffentlichen Aufgabe. Sie sollen u.a. an der politischen Willensbildung des Volkes mitwirken und für eine „lebendige Verbindung zwischen dem Volk und den Staatsorganen sorgen“ (Parteiengesetz § 1).  Parteien haben auf diese Weise eine in dieser Gesellschaft garantierte Plattform, Menschen in ihrer Meinungsbildung und in ihrer Teilnahme am öffentlichen Leben zu fördern.

 

Diese Herausforderung nehmen wir gerne an.

 

Parteien an sich sind keine Instanzen, die über die Gestaltung unserer Gesellschaft entscheiden könnten. Ob die existierenden staatlichen Organe innerhalb unserer Systems in der Lage sind, über die Gestaltung der Gesellschaft zu entscheiden, sei dahingestellt. Wir gehen davon aus, daß Entscheidungen über die Gestaltung unseres Lebensraumes nicht von den Staatsorganen selber getroffen werden, sondern dass die Staatsorgane auf Grund der Einflussnahme von z.B. wirtschaftlichen Interessengruppen auf nationaler und internationaler Ebene ihre Entscheidungen treffen. Dabei wird die Interessenswahrnehmung eines prozentual nur sehr geringen Teils der Bevölkerung gesichert.

 

Wir spielen als Partei das Spiel dieses Systems mit, da uns die aktuellen Strukturen des Systems keinen anderen Spielraum geben, und wir trotz aller vermeintlichen Ohnmacht der Meinung sind, dass wir auf dem Weg einer Parteiorganisation in der Lage sind, das politische und gesellschaftliche Bewusstsein der Menschen anzuregen, zu vertiefen und zu fördern, wie es uns gesetzlich, also zumindest auf dem Papier, zugestanden wird. Wir stellen dabei keine Forderungen, da die im demokratischen Prozess vorhandenen (Staats-) Organe auf Grund ihrer mangelnden Handlungsfähigkeit oftmals gar nicht in der Lage wären, diese Forderungen umzusetzen.

 

Wir fördern und unterstützen aber jede Organisation,  jede Gruppe und jede einzelne Person, die in ihrem Umfeld aktiv wird, die von uns formulierten Grundsätze zur Wirkung zu bringen.

 

Mitglieder unserer Partei verändern ihr eigenes Leben, nutzen ihren eigenen Handlungsspielraum - der meist viel grösser ist als vermutet - und nehmen auf diese Weise Einfluss innerhalb der Gesellschaft.  

 

 

Ich bin gesellschaftlich engagiert – warum sollte ich bei euch Mitglied werden?

Bei einem Blick in unser Programm kannst du möglicherweise auch den Bereich wiederfinden, in dem du dich engagierst – Umwelt, Soziales, Gesundheit, Konsumverhalten, digitale Gesellschaft, Bildung oder andere. Die Meditierer selber sind keine Gruppe, die sich auf ein bestimmtes Thema festlegt. Die Partei ist eine Plattform für die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Themenbereiche. Wir stehen dabei nicht in Konkurrenz zu anderen Gruppen. Wir haben einfach einen anderen Ansatz. Wir ziehen alle Register, die Eigenverantwortung des Individuums zu stärken. Durch dein Engagement zeigst du, dass du weisst, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Genau mit dieser Haltung bist du bei uns willkommen und stärkst durch deine Mitgliedschaft den Versuch, deine Anliegen auf eine andere Weise sichtbar werden zu lassen, als es innerhalb einer monothematischen Gruppe möglich ist. Anders gesagt, schliesst das eine das andere nicht aus, sondern ergänzt es.

 

 

 

Was ist eigentlich Meditation?

Kurz gesagt ist Meditation eine vorbereitende Übung auf einen Zustand, in dem der Verstand zu Ruhe gekommen ist. Zur Annäherung an einen ruhigen Verstand gibt es unterschiedliche Meditationstechniken. Das oftmals mit dem Begriff Meditation assoziierte stille Sitzen ist nur eine davon. Andere Techniken der Meditation können Tanzen, Kampfkünste, Gehen, Aktivitäten in Verbindung mit der Natur, Yoga, Musizieren, Malen und vieles mehr sein. Diese unterschiedlichen Disziplinen sind für sich noch keine Meditation, können aber -bewusst im Hinblick auf das Erleben von Stille eingesetzt- dabei unterstützen, den Verstand temporär schweigen zu lassen. Auch jede Form von Entschleunigung und damit verbunden einem bewussten Wahrnehmen einer Aktivität kann Meditation sein. Wenn du z.B. beim Essen deine komplette Aufmerksamkeit darauf richtest, was mit der Nahrung passiert, wenn sie in deinem Mund zerkleinert und dann auf den Weg in deinen Körper hinein geht, dann meditierst du. Du kannst also selbst beim Zähneputzen meditieren …

 

Kurz ein paar Worte zum Wesen unseres Verstandes, oft auch unser Geist genannt: Aktivitäten des Verstandes zeigen sich durch Gedanken und Bilder. Der Verstand ist wichtig. Denn er gibt dir Orientierung in der Welt des Dualismus. Ohne deinen Verstand kann sich das Wesen, das du als „ICH“ bezeichnest, nicht in der aus Gegensätzen bestehenden (dualen) Welt orientieren. Der Verstand tut sein Bestes, es dir im Leben so einfach wie möglich zu machen. Dabei reduziert er dich allerdings gleichzeitig auf Muster, die erfolgversprechend scheinen bzw. früher in deinem Leben einmal erfolgreiche Strategien waren. Mit dieser Vorgehensweise formt er deine Persönlichkeit und beschreibt dir eine Welt, von der er Dir immer wieder versichert, dass es nur DIESE Welt geben würde.

 

Der Verstand funktioniert ein wenig wie Google oder Facebook – je mehr Google oder Facebook über dich wissen, um so mehr schränken sie den Radius deiner Suchanfragen bzw. der dir/deinem Account zukommenden Informationen ein. Das Prinzip dahinter lautet, dass du eh nur das erfahren sollst/willst, was zu dir passt und was am besten dich selber immer wieder bestätigen wird. Es liegt in unserem Wesen, uns gerne immer wieder selber bestätigen zu lassen. Irgendwann in diesem Prozess befindest du dich in einer Blase. Google weiss was du klickst und gibt die die Antworten, die du lesen willst und die dein Weltbild bestätigen. Facebook weiss was dir „gefällt“ und präsentiert dir die dich bestätigenden Newsfeeds, Werbung und „Freunde“.

 

Um es noch einmal an einem einfachen Beispiel anschaulicher zu machen: Nehmen wir einmal an, jemand glaubt, dass die Welt eine Scheibe sei. Diese Meinung äusserst diese Person auf ihrem Facebookaccount und findet auch immer mehr „Freunde“, da sie beginnt mit anderen auszutauschen, die ähnlich denken wie sie. Irgendwann wird ihre Welt aus Menschen bestehen, die der festen Überzeugung sind, die Welt sei eine Scheibe. Und diese Meinung wird für sie zu etwas, dem sie den Namen „Realität“ gibt.

 

Dein Verstand funktioniert ähnlich. Er zeigt und beschreibt dir eine Welt, wie du sie sehen willst. In dieser Welt fühlst du dich sicher. Dein Verstand wird nie etwas anderes tun, als dir deine bekannten und eingeschliffenen Muster zu bestätigen. Alles andere würde ihn beunruhigen. Er würde dich sogar davor warnen, die dir bekannte Welt zu verlassen …

 

Dein Verstand wusste schon lange vor Google, Facebook oder Amazon, wie er dich mit Algorithmen berechenbar macht …

 

Meditation kann dich an die Schwelle eines Raumes führen, in dem der Verstand sich nicht zurechtfindet, da dieser Raum nicht durch den Verstand erfasst werden KANN. Deshalb lässt sich dieser Raum auch nicht durch Worte beschreiben, da Worte schon wieder Teil des verstandesmässigen Erfassens sind. Meditation bereitet dich vor – wenn du durch die Tür des Raumes schreitest, gibt es nur noch Spüren und Erfahren. Worte, Gedanken und Bilder existieren in diesem Raum nicht. Auch alle beschreibenden Worte des Erlebens bezogen auf diesen Raum sind nur Hinweise oder Umschreibungen.

 

Eine Möglichkeit dem Raum hinter der Türschwelle einen Namen zu geben ist, ihn als „Raum der Stille“ zu beschreiben. Deshalb haben wir uns den Namenszusatz „Partei der Stille“ gegeben.

 

In Kontakt mit dem Raum der Stille zu gehen bedeutet Kontakt mit dem Leben aufzunehmen. Das wird deine Vorstellungen, die du bisher mit Begriffen wie „Leben“ oder „Freiheit“ verbunden hast, mit ziemlicher Sicherheit über den Haufen werfen. Das ist natürlich keine einmalige Sache, sondern erfordert eine gewisse Konstanz im Praktizieren.

 

Dabei wird sogar dein Verstand dankbar sein für jeden Moment, den du ihn hast ruhen lassen. Er ist zwar sehr pflichtbewusst, freut sich aber durchaus immer wieder mal, sich entspannen zu dürfen.

 

 

 

Ich meditiere schon – warum sollte ich dann bei den Meditierern mitmachen?

Durch egal welche Form der Unterstützung von den Meditierern stellst du dich hinter eine Bewegung, die Meditation nicht als Rückzug aus der Welt, sondern als Quelle der Kraft u.a. auch für das Sein des Individuums in seinem gesellschaftlichen Umfeld versteht. Für uns gibt es in diesem Sinne eine Verbindung aus Meditation und dem von uns gewählten Konstrukt einer Partei. Über eine Partei kann ein aktives Gestalten und Eingreifen in unser Lebensumfeld möglich werden. Wenn du schon meditierst bieten wir uns dir als einen ergänzenden Faktor zu deiner Meditation an – mit einem Projekt, das eine einzigartige Chance ist, politisch mitzugestalten und dabei einen Weg zu gehen, den es bisher nicht gibt oder gab. Und wir brauchen genau DEINE Unterstützung, da du schon eine Ahnung hast von der Kraft, die aus der Stille kommt …

 

 

 

Ich meditiere (noch) nicht – kann ich trotzdem Mitglied werden?

Zu meditieren ist weder eine Voraussetzung, Mitglied bei uns zu werden noch unsere Aktivitäten auf andere Weise zu unterstützen. Möglicherweise meditierst du sogar, gebrauchst aber nicht den Begriff Meditation dafür (Link zu „was ist Meditation“). In unserer Versammlungsordnung steht in der Tat, dass mindestens ein Drittel der Versammlungszeit in Stille verbracht werden. Das kann aber alles mögliche bedeuten und heisst nicht automatisch, auf einem Kissen zu sitzen. Hier ist jedwede Aktivität gemeint, die dabei unterstützt, dass der Verstand eben für ein Drittel der gemeinsam verbrachten Zeit Gelegenheit bekommt, sich mit NICHTS zu beschäftigen.

 

 

 

Ernähren sich Meditierer vegan oder vegetarisch?

Die Form der Ernährung ist eine individuelle Entscheidung und in der Tat eine Frage, mit der sich jeder Mensch bewusst auseinandersetzen sollte. Schon alleine deshalb, weil Ernährung ein grundlegender Bestandteil unseres Alltags ist. Wir machen da als Partei aber keine Vorgabe. Unser Grundsatzprogramm sagt, dass wir weder „richtig“ noch „falsch“ kennen. Deshalb würden wir auch nie jemandem Regeln für die Ernährung vorschreiben und schon gar nicht die Mitgliedschaft bei den Meditierern davon abhängig machen, wie jemand sich ernährt.

 

Wir stehen als reflektierende Lebewesen -die wir Menschen nun mal sind- bei Ernährungsfragen vor einem grundsätzlichen Problem: kein Lebenwesen kommt darum herum, dass mit der Sicherung des eigenen Überlebens die Existenz anderer Lebewesen beeinträchtigt oder sogar vernichtet wird. Wenn ich mir für meine Ernährung zum Beispiel eine Möhre aus dem Boden ziehe (oder das andere für mich erledigen lasse), wird diese Möhre aus ihrem Umfeld herausgerissen und das Leben der Möhre hat ein Ende. Selbst wer nur Früchte ißt, die vom Baum gefallen sind, hat zwar dem Baum seine Frucht nicht geklaut, hindert den Baum aber daran, seiner Aktivität sich fortzupflanzen nachzugehen. Aber mal abgesehen von der Ernährung - schon jeder einzelne Schritt eines Menschen kostet vielen Kleinstlebewesen das Leben und zerstört möglicherweise mühsam aufgebaute Infra- und Lebensstrukturen einer kompletten Kleinstlebewesenkultur. Es ist nicht vermeidbar - kein Lebewesen kommt darum herum, anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Von daher liegt es den Meditierern fern, hier einen allgemeinen Konsens für „gut sein“ vorzugeben.

 

Allerdings unterstützen die Meditierer einen respektvollen Umgang aller Lebewesen miteinander. Und der ist in unserer Gesellschaft bezüglich des Essverhaltens in vielfacher Hinsicht nicht gegeben. Wir unterstützen in diesem Sinne alle Bestrebungen, Tiere und Pflanzen nicht als Dienstleister und Sklaven für den Menschen zu sehen. Und uns nur das zu nehmen, was wir wirklich zum Leben brauchen. Wenn die besagte Möhre schon in roher oder verarbeiteter Form ihren Weg in unsere Küche findet, dann gebührt ihr Respekt dafür, dass sie für uns gelebt hat. Tiere und Pflanzen sind nicht weniger wertvoll als wir Menschen selber. Und das vergessen wir leider oftmals.